Keine Woche ohne neuen Dieselskandal oder schlechte Neuigkeiten für Dieselfahrer. Die Zeit der großen Abgasskandale liegt gerade erst hinter uns, da folgen die nächsten Enthüllungen. Messungen des Umweltbundesamtes (UBA) offenbaren: Die Schadstoffbelastung durch schädliche Stickoxide ist bei den neuen Euro-6-Dieselfahrzeugen keineswegs so gering, wie die offiziellen Messwerte der Hersteller nahelegen.

Den Messungen zufolge liegen die Stickoxid-Ausstöße der Euro-6-Diesel über den Sollwerten. Diese Grenzwerte für die neuen Diesel bewegen sich im Rahmen von 80 mg/Kilometer – doch die Alltagsmessungen betragen um die 507 mg/Kilometer, also sechsmal höher als angegeben und nur 400 mg geringer als bei Euro-5-Diesel. Die erzeugen immerhin 906 mg Stickoxide pro Kilometer. Der erlaubte Grenzwert für diese Fahrzeuge liegt allerdings bei 180 mg. Euro-4-Diesel, deren Grenzwert bei 250 mg liegt, erzeugen hingegen 674 mg Stickoxide pro Kilometer.

UBA-Chefin Maria Krautzberger hält fest: „Der Stickoxid-Ausstoß in Deutschland liegt damit um ein Drittel höher als angenommen.“ Der Grund dafür sei unter anderem die höhere Lufttemperatur im Realeinsatz gegenüber den Messungen unter Laborbedingungen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks setzt nicht nur die Autobranche unter Druck, Fahrzeuge entsprechend ohne Nachkosten für den Verbraucher nachzurüsten und so die Emissionen zu senken, sondern sieht Versäumnisse auch bei Verkehrsminister Alexander Dobrindt: „Ich erwarte, dass der Bundesverkehrsminister die Hersteller stärker in die Pflicht nimmt.

Quelle: manager-magazin.de