Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Doch was die Dieselgate-Affäre um den Autogiganten Volkswagen betrifft, dauert es wohl noch etwas, bis es zu bluten aufhört. Zwar konnte VW einen amtlichen operativen Gewinn von 900 Millionen Euro verbuchen, doch den Ergebnissen einer aktuellen Studie des Zentrums für empirische Kommunikationsforschung (ZEK) zu den Auswirkungen der Softwaremanipulationen auf die Autoindustrie und die Marke VW im Speziellen zufolge, sitzt der Dorn des Imageschadens nach wie vor tief.

Im Gegensatz zu einer Befragung aus dem Vorjahr sehen mit einem Minus von sieben Prozentpunkten nur noch 27 Prozent der Studienteilnehmer die gesamte Autoindustrie in Mitleidenschaft gezogen. Das durch den Skandal entstandene Misstrauen fokussiert sich dafür umso stärker auf VW als Produkt, dem 36 Prozent einen Imageschaden attestieren, und die Unternehmensmarke an sich (25 Prozent). Lediglich 14 Prozent sind der Rückrufaktion, den Entschädigungszahlen in den USA und den vielfachen Entschuldigungen zum Trotz der Meinung, dass VW im Zuge der Krise offen und ehrlich gegenüber der Kundschaft war.

Der Leiter des ZEK, Professor Simon Ottler, bringt es auf den Punkt: „Der Dieselskandal wird von den Menschen vor allem mit VW in Verbindung gebracht, auch wenn andere Hersteller bei den Abgaswerten manipuliert haben.“

Und so landet Volkswagen im diesjährigen Ranking der vertrauenswürdigsten Automarken auch auf dem vorletzten Platz. Die Wolfsburger haben im Vergleich zum letzten Jahr zwar minimal besser abgeschnitten, doch ein für die Konzernleitung sicherlich demütigender Platz 14 spricht immer noch Bände. Anderen Autobauern, wie zum Beispiel Audi, welche ebenso mit Dieselgate in Verbindung gebracht worden sind, scheint der Skandal dagegen nicht weiter geschadet zu haben. Hier das Ranking im Detail:


Platz 1 – BMW
Platz 2 – Mercedes
Platz 3 – Audi
Platz 4 – Ford
Platz 5 – Opel
Platz 6 – Toyota
Platz 7 – Skoda
Platz 8 – Mazda
Platz 9 – Seat
Platz 10 – Nissan
Platz 11 – Renault
Platz 12 – Hyundai
Platz 13 – Kia
Platz 14 – Volkswagen
Platz 15 – Fiat

Quelle: horizont.net