Das beste Mittel gegen Trunkenheit am Steuer ist sicherlich ein Barkeeper, der einen so gut kennt, dass er es wagt, den Autoschlüssel einzukassieren. Doch wer von uns erlebt so etwas heute denn überhaupt noch? Was also tun, wenn man zu denen gehört, die es wider alle Vernunft einfach nicht lassen können?

In den USA hat man unlängst eine probate Lösung für das Problem gefunden: Alkohol-Wegfahrsperren. In der Praxis bedeutet dies, dass man ein kleines Messgerät in sein Auto einbaut, welches die Zündung blockiert, sollte es beim Hereinpusten zu viel Alkohol in der Atemluft feststellen. Verordnungen, welche bereits nach einem einzigen alkoholbedingten Delikt am Steuer den Einbau eines solchen Püsteriches vorschreiben, existieren bereits in 21 Bundesstaaten und auch in den restlichen 29 findet sich das Gerät in der einen oder anderen Art und Weise in den Strafkatalogen wieder.

Auf amerikanischen Straßen sterben jährlich etwa 30.000 Menschen bei Verkehrsunfällen, wovon ein Drittel auf die Einwirkung von Alkohol zurückzuführen ist. Kein Wunder also, dass sich die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC für eine landesweite Alkohol-Lock-Verordnung starkmacht, führten diese doch gerade bei Ersttätern zu einer maßgeblichen Verhaltensänderung. Immerhin dürfe man sein Auto weiterhin nutzen, nur eben nicht unter Alkoholeinfluss, was ja ohnehin verboten ist. Von einer Benachteiligung kann man dabei also nicht sprechen.

Höchstens, wenn es um die Kosten für den Einbau geht, welchen der Verurteilte selber zu tragen hat. So hat der Bundesstaat New Mexiko für einkommensschwache Bürger einen Fond zur Bezuschussung für den Einbau des Alko-Lock eingeführt. Während Kritiker monieren, dass jeder, der pro Jahr im Schnitt 450 US-Dollar für Alkohol ausgibt, auch ein Messgerät bezahlen könne, welches Verkehrstote vermeidet. Aber was das betrifft, gehen die Meinungen wohl weit auseinander.