Autohändler verlangt 15 Euro für Besichtigungen – Man ist in Zeiten wie diesen ja so manch absurde Preissteigerung gewohnt, aber 15 Euro nur für das Anschauen eines Gebrauchtwagens? Genau das verlangt ein Autohaus aus dem schleswig-holsteinischen Henstedt-Ulzburg dafür, sich nur einmal in den Wagen hineinsetzen zu dürfen – gegen Vorkasse, versteht sich. Für eine Probefahrt werden sogar 35 Euro fällig.

Immerhin: Kauft man den Wagen anschließend, werden die gezahlten Beträge angerechnet.

Angesichts dieser Geschäftspraktik ist es wohl auch kein Wunder, dass die Kundschaft im Netz schäumt und entsprechend Kommentare wie diesen hinterlässt:

„Man kann sich nur 1 Auto angucken und muss für jedes andere Fahrzeug, was man sich anschauen möchte, 15 € pro Schlüssel bezahlen. Hab ich noch nie erlebt sowas. Kundenbetreuung kann man ebenfalls knicken. Da lässt sich niemand blicken.“

Doch der Besitzer Christos Stambolidis setzt dem Ganzen mit seinen Antworten noch die Krone auf:

„Klar, steht doch in Internet bei Inseraten und auch bei uns in Büro, wenn du nicht lesen kannst dann kannst du auch kein Auto fahren – also brauchst du auch kein Schlüssel, bequem sitzen kannst du auch bei MCD [McDonald’s, Anm. der Red.] – Wlan inkl...du Honk. Und würde mich echt interessieren über welche Kundenbetreuung du redest, du bist doch kein Kunde sondern ein nervige Bauer. Für eins müsse mich aber bei dir bedanken – dass du dich nicht mehr hier bei uns blicken lässt.1000xDanke!!!“

Noch ein Beispiel gefällig?

Kunde: „Hatte heute das ‚Autohaus‘ besucht um mir ein PKW anzusehen; bin gar nicht so weit gekommen. Allen ein Sterne Rezensionen ist nichts weiter hinzuzufügen, sobald man dem Herren den Rücken zuwendet wird er beleidigend und ausfallend – hier wäre fachärztliche Behandlung angesagt.“

Stambolidis: „Lieber "Facharzt", ihr Verhalten eines 5-jähriges Kindes hat uns gezwungen ihnen unseres Ausgang zu zeigen, allerdings wenn Sie eine richtige Mann mit Eier wären dann würden sie sicherlich uns auf der Flucht anpöbeln sondern es Face to Face klären, daher behalten sie den Stern für sich ,vielleicht hilft ihnen sich nicht wie eine Heulsuse präsentieren.“

Gegenüber der „Bild“ erklärt der Händler, dass er sich nicht bereichern wolle.

Der gelernte Bauzeichner wolle schlicht weniger Nerverei haben, immerhin würden die Kunden immer respektloser. Am Rande von Hamburg gelegen seien ihm in seinem Autohaus vor allem die jungen Großstädter, die er als „ungezogene Kiffer“ bezeichnet, ein Dorn im Auge.

Für die Jugend vom Lande, die er für anständig hält, findet Stambolidis hingegen lobende Worte: „Die sind durch Schützenvereine, Feuerwehren oder Schachclubs sozialisiert worden.“

Und was seine Autos betreffe: Die seien alle gut in Schuss, mit HU, Garantie und den besten Preisen im Umkreis von 200 Kilometern. Darauf, dass Leute nur zum Gucken kämen, um dann zu resümieren, dass es in München ein ähnliches Auto zum besseren Preis gebe, habe er keine Lust.

„Ich verkaufe nicht an jeden“, betont Stambolidis, für den Geld nicht alles ist.

„Hier kamen Leute mit dem Computer unter dem Arm“, weiß der Grieche zu berichten. „Grüßten nicht, verlangten diverse Schlüssel – und haben dann erst mal die Steuergeräte von allen Autos ausgelesen.“

Zwar nehme er Autos in Zahlung, den klassischen Ankauf von Privat empfindet der Händler jedoch als „viel zu anstrengend“: „Die müssen dann immer noch mal eine Nacht drüber schlafen, fragen noch bei anderen Händlern an, wo sie vielleicht 100 Euro mehr kriegen.“

Auf die Frage, weshalb er im Internet zurückpöbele sagt Stambolidis: „Mir ist politische Korrektheit egal.“

Und das wissen manche durchaus zu schätzen, gibt es bei den Bewertungen doch auch viele mit fünf Sternen: „Herr Stambolidis hat seine Prinzipien und diese kommuniziert er offen und ehrlich.“

Quelle: bild.de