Sicherheit im Straßenverkehr geht vor, das sehen wir alle so. Man kann es eben auch übertreiben. Eine besonders bekannte Variante des Übertreibers ist die sogenannte Autobahnschnecke. Ihr wisst schon, die Leute, die bevorzugt auf der Autobahn fahren, dort das Gaspedal aber nicht über die 80 oder gar 70 km/h runtertreten.

Insbesondere dann, wenn sie auf der linken Spur zockeln, platzt auch dem Geduldigsten schon mal eine Ader. Doch mit diesem Zirkus sollte bald Schluss sein, wenn es nach dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Bukert (SPD), geht. Er hält es für vorstellbar, zumindest auf der Linksspur ein Mindesttempo von 100 Stundenkilometern zur Pflicht zu machen.

Denn in der Schweiz ist genau dieser Schritt unlängst beschlossen worden. Bukert hält das für ebenso überlegungswürdig wie eine weitere Maßnahme: das Überholverbot für LKW, deren „Schneckenrennen“ sicher schon dem einen oder anderen Leser die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben.

Das Bundesverkehrsministerium reagiert verhalten auf diese Ideen. Dort ist man weiterhin von der ausreichenden Wirkung der Richtgeschwindigkeit überzeugt und denkt nicht, dass an den bestehenden Regeln etwas geändert werden muss:

„Wenn es keine äußeren zwingenden Gründe gibt, sollte man nicht langsamer als 130 fahren. Wenn die Autobahn frei ist, gilt 130 oder mehr [...] Wer mit 70 oder 80 über die Autobahn zuckelt, erfüllt den Tatbestand der Nötigung“, so der Parlamentarische Staatsekretär des Ministeriums gegenüber der „Welt“.