Zum ersten Mal seit 2014 könnte es im ADAC zu einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kommen. Eine Herausforderung auch für den frisch gekürten Vizechef Ulrich Klaus Becker, der mit 62 Prozent von 240 Delegierten-Stimmen zum Stellvertreter von Clubpräsident August Markl ernannt wurde. Becker darf sich jetzt ebenfalls den Kopf über rote Zahlen zerbrechen.

Der ADAC-Vizepräsident für Finanzen, Jens Kuhfuß, dazu: „Die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen decken nicht die Ausgaben.“ Dabei machte der ADAC 2018 nach eigenen Angaben riesige Gewinne – trotz eines operativen Fehlbetrags von ca. 8 Millionen Euro blieb nach internen Sonderzahlungen vor allem aus Reserven ein Betrag von 759 Mio. Euro in den Clubkassen.

Laut Kuhfuß wolle der Club nun auch operativ eine Null schreiben – das Zukunftsprogramm „Pole Position“ soll dies bis spätestens 2021 ermöglichen. Kuhfuß betonte, dass die Mitgliederzahlen steigen. Momentan seien 21 Mio. Menschen Clubmitglieder, fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Laut Jens Kuhfuß zeige dies, dass „die Krise überwunden“ sei – der Automobilclub habe „das Vertrauen der Menschen zurückgewonnen“.

Markl: „Kopf nicht in den Sand stecken“

68,5 Prozent der Delegierten stimmte für eine Entlastung des bisherigen Präsidiums, mit 31,5 Prozent sprach sich beinahe jeder Dritte dagegen aus. Es gab zwei Enthaltungen. Clubpräsident Markl betont, dass der ADAC sich großen Herausforderungen gegenüber sieht: das autonome Fahren stehe vor der Tür, die Digitalisierung schreite voran und sowohl Auto- als auch öffentlicher Nahverkehr seien am Limit.

Dem wolle der Club nicht dadurch begegnen, dass man den Kopf in den Sand stecke.

Markl sieht den „ADAC als Helfer in allen Lebenslagen“ – so erprobe der Verein etwa in München gerade einen Schlüsselnotdienst, der gut angenommen werde: „Ich kann mich darauf verlassen, dass ich nicht abgezockt werde.“ Club-Vize Jens Kuhfuß richtet den Blick für den Club auch auf die junge Generation: „Es muss wieder cool und hip sein, Mitglied im ADAC zu sein.“

Club will zukunftssicher werden

Insgesamt wolle man den Mitgliedern „mehr bieten“, wie Markl gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betont. Etwa durch einen modernisierten Internetauftritt, eine Erweiterung der „ADAC Pannenhilfe App“ für Smartphones sowie eine Vermittlung touristischer Informationen durch die neue „ADAC Trips“-App. „Es wird auch über eine Premiummitgliedschaft nachgedacht, mit der ich noch besser abgesichert bin“, so Markl.

Fest steht die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge noch nicht, erst bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 14./15. November in München werde dies laut Markl endgültig entschieden.

Quelle: bild.de