Audis Antwort auf Teslas Revolution der Elektromobilität wurde nun, sechs Jahre nach Veröffentlichung von Tesla Elektrolimousine offenbart: der e-tron GT. Die erste richtige deutsche Antwort für ein Elektrofahrzeug im Limousinensektor steht damit im Licht der Weltöffentlichkeit.

300.000 Fahrzeuge konnte Tesla in den letzten sechs Jahren konkurrenzlos an den Mann bringen – damit soll nun Schluss sein: In Los Angeles enthüllte Audi seinen e-tron GT und hat Tesla damit den Kampf angesagt. Satte 590 PS stemmt der elektrische Bolide in den Asphalt. Bis andere Hersteller nachziehen, kann es noch bis 2021 dauern. Erst dann wollen BMW mit dem i4 und Mercedes mit einer Art elektrischen E-Klasse nachziehen.

Flache Bauweise bereitete Probleme

Der e-tron GT fußt auf der sogenannten J-Plattform, der gleichen technischen Basis wie der Porsche Taycan. Dabei stellte der neue Audi seine Entwickler auf eine harte Probe: Im Gegensatz zu elektrischen SUVs, die über eine gewisse Bodenhöhe verfügen, konnte der sehr flache e-tron GT nicht mit einer endlosen Menge an normalerweise im Boden verbauten Akkus bestückt werden.

Doch das Kunststück ist gelungen, der e-tron GT ist mit 1,38 m weitaus flacher als der Tesla Model S und fällt auch mit 4,94 m ein wenig kürzer aus. Die 22-Zoll-Bereifung verleiht dem Wagen zusammen mit seinen akzentuierten Formen ein kampflustiges Äußeres. 3,5 Sekunden braucht der e-tron GT mit seinem Allradantrieb von 0 auf 100. Im Innenraum setzt Audi auf eine neue Art von Luxus, der nicht auf Leder, sondern auf Recycling basiert.

Die Sitzbezüge bestehen ebenso aus wiederverwerteten Stoffen wie Teile der Bodenmatten, die aus Bestandteilen alter Fischnetze konzipiert sind. Alles für eine Zielgruppe, die vor allem auf Umweltbewusstsein setzt. Die Akkus arbeiten im 90-kWh-Bereich und auf Basis von 800-Volt-Technologie – dies bedeutet, dass sie vergleichsweise rasant zu laden sind. Die richtigen Säulen vorausgesetzt.

In 20 Minuten voll?

Eine entsprechende 350-kW-Gleichstrom-Ladesäule vorausgesetzt, kann der Stromspeicher des e-tron GT in nur 20 Minuten schon zu 80 Prozent befüllt werden. Ein Alleinstellungsmerkmal, da niemand außer Audi auf diese Technologie baut. Allerdings existieren in den USA nur wenige dieser speziellen Säulen – von der Infrastruktur für solche Technologie hierzulande ganz zu schweigen.

VW arbeitet als Teil eines Industriekonsortiums jedoch bereits mit Hochdruck daran, für mehr solcher Spezialsäulen an europäischen Autobahnen zu sorgen. Andere Hersteller wie etwa Porsche möchten die Säulen lieber auf dem Gelände von firmeneigenen Autohäusern platzieren.

Der e-tron GT dürfte mit einem Preis von über 90.000 Euro zu Buche schlagen.

Quelle: spiegel.de