Seit Themen wie Nachhaltigkeit, CO2-Reduzierung und der Klimawandel täglich in den Medien sind, wird es als Heilsbringer gegen die CO2-Belastung unserer Atmosphäre gehandelt: das Elektroauto. Damit sollen Deutschlands Klimaziele realisiert werden. Leise, sparsam und ohne störende Emissionen – Fortbewegung ohne schlechtes Gewissen. Doch stimmt das auch? Ein ARD-Magazin deckte Zustände auf, die einen Schatten darauf werfen.

„Die Story im Ersten“ legte den Finger in die Wunde und konnte zeigen, dass Elektroautos keineswegs so umweltfreundlich sind, wie gemeinhin angenommen wird. Denn auch wenn die Fahrzeuge ohne Verbrennungstechnologie auskommen, sind sie nicht frei von CO2-Emissionen. Nur werden die nicht beim Fahren verursacht, sondern lange vorher, bei der Konstruktion.

100.000 km Ottomotor – oder ein Akku

Damit die Fahrzeuge eine bestimmte Reichweite haben, wollen die Verbraucher eine entsprechend große Batterie – und bei deren Herstellung wird jede Menge Kohlendioxid frei. Zum Vergleich: Um den CO2-Wert von 17 Tonnen bei der Herstellung eines solchen Akkus zu erreichen, muss ein durchschnittlicher Mittelklassewagen mit sechs Litern Verbrauch auf 100 Kilometer schon 100.000 Kilometer in seinem Leben gefahren sein.

Auch die für die Akku-Herstellung zum Einsatz kommenden, unverzichtbaren Elemente wie Kobalt oder Lithium, setzen der Umwelt zu – Verbrennungsmotoren kommen ohne solche seltenen Stoffe aus. Die Elemente werden oft in Drittländern abgebaut, was die Umwelt durch mechanische Verfahren und giftige Chemie schwer belastet. Heißt: Für jeden emissionsfreien Wagen auf deutschen Straßen geht anderswo die Umwelt zu Grunde.

Grundwasser-Absenkung und Kohlekraftwerke für E-Autos

Etwa in der Atacamawüste. Dort wurden auf argentinischem Boden gewaltige Salzseen erzeugt, um durch Verdunstung Lithium zu gewinnen – zwei Millionen Liter Grundwasser verdampfen, um eine Tonne des Elements zu extrahieren. Der ohnehin niedrige Grundwasserspiegel in der wasserarmen Gegend sinkt damit noch weiter. 

Andere Teile des Akkus werden in China gewonnen – die dafür nötigen Anlagen werden mit Strom aus großen Kohlekraftwerken befeuert.

Quelle: msn.com