Ihr kennt sicherlich folgenden Dialog: „Und, wie seid ihr durchgekommen?“ „Boah, ich kann dir sagen … wir haben Jahre im Stau gestanden.“ Sprachwissenschaftler würden dies als eine sogenannte Hyperbel bezeichnen, also eine bewusste Übertreibung. Ein Stilmittel, dessen wir uns in der Umgangssprache eine Million Mal am Tag bedienen. In diesem speziellen Fall ist laut ADAC an der Aussage allerdings tatsächlich etwas dran.

Denn wie der Automobilclub kürzlich bekanntgab, haben Urlauber alleine in den zwölf Sommerferienwochen vom 24. Juni bis 11. September umgerechnet glatte 5,4 Jahre auf deutschen Straßen im Stau gesteckt. 47.445 Stunden, um genau zu sein!

Bei dieser Zahl handelt es sich schlicht um die Summe der Dauer der 70.000 Staus, die es in diesem Zeitraum gab. Ganze 16.000 mehr als im Vorjahr. Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. So hat die Zahl der Staus mit mehr als zehn Kilometern deutlich abgenommen. 932 waren es im Jahr 2015. Im diesem Jahr hingegen bloß 858. Mehr als die Hälfte davon entfielen übrigens auf einen Freitag.

Am härtesten traf es Fahrer auf der Autobahn 8 (Karlsruhe-Stuttgart-München-Salzburg). Gut 150 der Staus mit zehn und mehr Kilometern Länge gab es auf dieser Strecke. Allein die Hälfte davon in Bayern. Und auch insgesamt steht man im Freistaat häufig in der Schlange. Ein gutes Drittel aller langen Staus bildete sich auf bayerischen Fernstraßen. Auf Platz Zwei folgt Niedersachsen, wo man sich sicherlich nicht freut, 18 Prozent der Staus für sich verbuchen zu können. Platz Drei geht an Baden-Württemberg mit 17 Prozent. Die wenigsten Staus gab es mit 7 Prozent indes ausgerechnet im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Quelle: welt.de