Was passiert, wenn Engel stürzen, könnte man den Pastor um die Ecke fragen, oder einfach mal beim ADAC anrufen. Denn die Skandalmeldungen um die einst so hochgeschätzten Retter in der Not reißen nicht ab. Nun gut, da man sich als Mitglied im Wesentlichen auf den Pannendienst verlässt, hätte man über gewisse manipulierte Zahlen noch hinwegsehen können. Allerdings steht genau dieser im Mittelpunkt der jüngsten Enthüllungen.

Ex-Mitarbeiter sollen nämlich ausgeplaudert haben, dass der Automobilclub seine eigenen Mitglieder bei der Pannenhilfe hintenanstellt. Zunächst kämen aufgrund spezieller Verträge Kunden großer Autofirmen wie Opel, Nissan, Ford und Mercedes-Benz an die Reihe. Fahrer anderer Marken müssten entsprechend länger warten. Diese Meldung wurde natürlich augenblicklich dementiert. Alle Pannenfälle werden laut ADAC direkt nach Eingang bearbeitet.

Ein weiteres brisantes Detail ist der Geldfluss, der aus diesen sogenannten Assistance-Geschäften generiert wird, und angeblich in eine Tochterfirma des ADAC in die Steueroase Luxemburg fließt. Nun ist der Automobilclub aber ein Verein, weswegen die Einnahmen aus dem Pannenhilfe-Service – der immerhin durch die Beiträge der Mitglieder finanziert wird – eigentlich wieder dem nichtkommerziellen Bereich des ADAC zukommen müssten. Tatsächlich aber werden diese Beträge nicht ausgeschüttet, und kommen der Verbesserung der Finanzlage besagter Tochterfirma zugute. Infolgedessen droht nun der Statusverlust eines Vereines.

Ist vielleicht aber auch egal, denn was nutzt ein Verein, wenn keiner mitmacht?. Der letzte Enthüllungsskandal kostete den Automobilclub bereits eine Viertelmillion Mitglieder. Nun, da ausgerechnet der Service in die Kritik gerät, dürfte abermals ein ganzer Schwung den gelben Engeln den Rücken kehren.

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