VW hat in den USA schon wieder Ärger. Der US-Bundesstaat Washington brummte dem Unternehmen eine Strafe von 176 Millionen US-Dollar auf. Auch aus Kalifornien kündigt sich neuer Ärger für Volkswagen an.

Die 176 Mio. Dollar sind das Resultat einer Strafe durch das Umweltamt „Washington Department of Ecology“: „Volkswagen hat die Luftreinhaltegesetze unseres Staates verletzt und die Gesundheit der Menschen gefährdet“, heißt es seitens der Behörde. Der Grund: die nicht enden wollende Abgas-Affäre, bei der VW mittels einer manipulierenden Software Schadstoffwerte beschönigt haben soll. 21.000 Diesel-Fahrzeuge des Konzerns sind allein in Washington registriert – deren Schadstoffwerte sollen bis zu 40 Mal höher ausfallen, als die Grenzwerte erlauben.

VW bleiben jetzt 30 Tage Zeit, die Strafe anzufechten, danach wird es teuer. Erst Ende Uni hatte man seitens des deutschen Automobilriesen hunderte Klagen aus den USA beigelegt, indem man Vergleichen in Höhe von 15,3 Milliarden Euro zustimmte. Doch einige US-Staaten haben direkt nach diesen Einigungen neue Klagen vorgebracht, darunter New York, Massachusetts und Maryland.

Auch aus Kalifornien droht Ärger

Neuer Ärger bahnt sich außerdem an: Ein kalifornischer Lehrer-Pensionsfonds will den US-Rechtsweg nutzen, um auf diese Weise Beweismittel für Aktionärsklagen in Deutschland vor dem Landgericht Braunschweig zu sammeln. Eine Sammelklage verschiedener Großanleger, bei der es um Milliarden geht. Das zuständige US-Gericht gab diesem Antrag bereits statt.

Der Grund für die Beweissammlung: Durch den Abgas-Skandal hat die VW-Aktie massiv an Wert eingebüßt. Der Pensionsfonds hält Anteile im ursprünglichen Wert von 52 Millionen Dollar, die durch den Skandal gemindert wurden. Seitens des Fonds möchte man Einsicht in interne VW-Papiere – der Vorwurf der Aktionär: VW sei seiner Informationspflicht nicht nachgekommen, habe zu spät reagiert, als es darum ging, die Aktionäre über mögliche finanzielle Folgen der Abgasaffäre aufzuklären.

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Quelle: spiegel.de