25 Euro wegen einer Minute: 73-Jähriger erhält „Abzocke“-Knöllchen auf Lidl-Parkplatz – Wenn es nicht so absurd dreist wäre, müsste man die Perfektion des Systems eigentlich bewundern: Gerade einmal eine Minute hatte ein Kunde auf dem Parkplatz einer Lidl-Filiale in Düsseldorf-Flingern die zugelassene Höchstparkdauer überschritten, da wurde er auch schon wegen Falschparkens zur Kasse gebeten – 24,90 Euro.

Gegenüber der „Rheinischen Post“ erklärte Wolfgang E.:

„Nach exakt 68 Sekunden wurde mir das Ticket ausgestellt. Das ist schon eine Sauerei und Abzocke für mich.“

Wie der Discounter auf Anfrage betonte, werde der Parkplatz nicht von Lidl selbst, sondern von einer externen Sicherheitsfirma kontrolliert. Dabei sollen insbesondere Langzeitparker, welche die erlaubten 60 Minuten überschreiten, dem Gelände ferngehalten werden.

Zur Ermittlung der Parkdauer kommen einem Lidl-Sprecher zufolge eingebaute Bodensensoren zum Einsatz. „Bei einer Überschreitung der Höchstparkdauer wird der externe Dienstleister automatisch über das System informiert“, heißt es.

Die zuständige Sicherheitsfirma Safe Place verweist ihrerseits auf den generell knappen Parkraum.

„Damit stellen wir sicher, dass der vielerorts sehr begrenzte Parkraum den Kunden der jeweiligen Eigentümer zur Verfügung steht und nicht durch Fremdparker dauerhaft blockiert wird. Dazu wird die Höchstparkdauer auf den Parkplätzen begrenzt“, so der Safe Place-Geschäftsführer André Westhoff.

Wolfang E. haben diese Erklärungen jedoch nicht beruhigen können. Immerhin seien dem 73-Jährigen auch noch Mehrkosten angedroht worden, falls dieser das Knöllchen nicht binnen 14 Tagen bezahlt.

„Das ist Nötigung und überhaupt gar nicht erlaubt“, wehrt sich E. mit Verweis auf ein entsprechendes Urteil vonseiten des Bundesgerichtshofes vom 18. Dezember 2015 (VZR 160/14).

Immerhin: Nach mehrfachen Beschwerden hat Lidl offenbar ein Einsehen, dass in diesem Fall die Kundenfreundlichkeit wohl zu kurz gekommen sei. In einem Schreiben des Marktbetreibers an E. heißt es: 

„Wir haben Ihr Anliegen durch unseren Fachbereich prüfen lassen. (…) Die Kosten möchten wir Ihnen selbstverständlich erstatten.“

Zwar könne der Geldbetrag nicht direkt zurückerstattet werden, dafür erhielt Wolfang E. aber zumindest einen Lidl-Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro.

Quellen: focus.de , rp-online.de