Es ist noch nicht lange her, dass das E-Mobilitäts-Unternehmen „Nikola Motors“ in den USA gegründet wurde und mit seinem ebenso flüsterleisen wie reichweitenstarken Elektro-Sattelschlepper Nikola One die Weltöffentlichkeit beeindruckte. Nun holt das Elektroauto-Unternehmen zum Rundumschlag aus und präsentiert seinen neuesten Streich: den „Nikola Tre“. Komplett emissionsfrei, mit enormer Reichweite, Kraft und Brennstoffzelle.

Mit dem neuen Brummi nimmt Nikola den europäischen Markt ins Visier. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Tre die dritte Version des wasserstoffgetriebenen, elektrischen Sattelschleppers. Denn auf Norwegisch bedeutet das Wort: „Drei“. Ein Preis wurde für dieses elektrische Kraftpaket noch nicht bekannt gegeben – im April 2019 soll der erste Prototyp auf der „Nikola World“ genannten Hausmesse des Unternehmens aus Arizona gezeigt werden.

Höchste Autonomie

Der Laster kommt mit „redundanten Bremssystemen, redundanter Steuerung, redundanten 800-Vdc-Batterien und einer redundanten 120-kW-Brennstoffzelle, allesamt unerlässlich für echte Autonomie der Stufe 5“, wie Nikola-Boss Trevor Milton in einer Pressemitteilung erläutert. Redundant bedeutet im Industrie-Jargon, dass sämtliche Systeme zwei- oder mehrfach vorhanden sind, um beim Ausfall eines Hauptsystems dieses ersetzen zu können.

Autonomiestufe 5 hingegen beschreibt die höchstmögliche Ebene autonomen Fahrens – will heißen: Der Tre kann wohl komplett ohne Fahrer auskommen – und das unter sämtlichen Umgebungsbedingungen. Verfügbar sein wird der Sattelschlepper ausschließlich in Europa, Asien und Australien. Erste Tests sollen 2020 in Norwegen beginnen, auch ein Werk soll danach in Europa errichtet werden.

Zwei Varianten

Es werden zwei Varianten des Lasters ausgeliefert, eine mit 500 und eine mit 1000 Pferdestärken, respektive mit Reichweiten von 500 oder 1200 Kilometern, je nach Kundenwunsch. Zeitgleich arbeitet Nikola mit dem norwegischen Unternehmen „Nel Hydrogen“ zusammen, um bis zum Jahr 2028 ganze 700 Wasserstoff-Tankstellen in den USA und Kanada zu errichten und so für die nötige Infrastruktur für Nikola-Fahrzeuge zu sorgen.

Brennstoffzellen basieren auf einem eigenständigen Konzept der Umwandlung: Die aus einer elektrochemischen Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff gewonnene Energie treibt dabei den Motor an, statt auf eine in einer Batterie gelagerte Energiemenge zu setzen. Aus dem Auspuff dringen daher keine schädlichen Emissionen, sondern es tropft lediglich Wasser hinaus.

Quelle: cnbc.com